Chronik 2017-05-03T14:47:39+00:00
Eine Schule verändert sich

Statt einer Chronik

(Dies sind ausgewählte Erinnerungen, Zahlen, Namen – kein vollständiges Bild, aber einige bunte Aspekte, mit deren Hilfe man sich vielleicht ein Bild machen kann. Vieles – vielleicht auch Wichtiges – fehlt, weil es nirgendwo nieder geschrieben ist.)

Als Baukosten für die neue Schule in Lämmerspiel wurden 1965 3 Millionen Mark vorgesehen … Gemessen an heutigen Summen – peanuts!

Am 10.3.1969 findet der erste Spatenstich statt, am 28.4. sind Fundament und Kellergeschoss fertig und am 9.5. (des gleichen Jahres wohlgemerkt!) ist in Fertigbauweise die ganze Schule erstellt.

Aus der Festansprache von Bürgermeister Hans Hölzer am 22. September 1969: „Mögen aus unserer Brüder-Grimm-Schule immer tüchtige junge Menschen hervorgehen, die gesichert sind für den schweren Lebenskampf, die in freiheitlich-demokratischer Gesinnung und Loyalität und Achtung vor dem Mitmenschen ihren Weg gehen werden.“

1969 war sie also fertig, die neue Brüder-Grimm-Schule! So zogen die 253 Lämmerspieler Schulkinder aus ihrer alten Schule, dem heute als Altes Rathäuschen bekannten Gebäude gleich nach nebenan in ihre neuen Klassenräume. Ja, und Jahre später gingen viele Betreuungskinder diesen Weg wieder zurück, da war nämlich ein Teil unserer Betreuung im Alten Rathäuschen untergebracht.

Ihren Namen erhielt die Brüder-Grimm-Schule per Urkunde am 19.2.1970.

1970 wurden 65 ABC-Schützen in die neue Schule eingeschult – in zwei Klassen natürlich, das jagt einer Lehrerin heutzutage einen kleinen Schreckensschauer über den Rücken…

Im Schuljahr 1971/72 ist die Schule personell völlig unterbesetzt: 25% aller Schulstunden müssen ausfallen (wie das bei den Kindern ankam, steht nicht in der Chronik …)

Dafür findet im Dezember 1972 der erste Elternsprechtag an der Brüder-Grimm-Schule statt, wird aber nach 2 Jahren wieder abgesetzt. Seit dem Schuljahr 2001/2002 gehört er jedoch wieder zu den festen Ritualen eines Schuljahres und findet jeweils nach den Halbjahreszeugnissen statt.

1973 werden zum ersten Mal Klassen für die Kinder der „Gastarbeiter“ aus Italien und Spanien eingerichtet. Vielleicht werden sich einige noch an die Namen der ersten Lehrer erinnern: Herr Capparelli, Frau Blanco-Perez und Herr Ricciardelli.

Kinder aus anderen Ländern gehen seit 40 Jahren in die Brüder-Grimm-Schule. Wir haben versucht, sie gut bei uns aufzunehmen, ihnen Deutsch beizubringen und auch ihren Eltern die Eingliederung in ein fremdes Land zu erleichtern. Das ist uns manchmal gut, manchmal fast gar nicht gelungen und wird weiterhin eine Aufgabe sein, die wir als Schulgemeinde nur gemeinsam bewältigen können. Eine deutliche Hilfe sind die Vorlaufkurse, die Kinder, die noch nicht so gut deutsch sprechen, seit dem Jahr 2004 besuchen können und die ihnen den Einstieg in die Schule erleichtern sollen.

1974 war das Jahr der Ölkrise, die nicht ohne Folgen für die Schulen in Hessen blieb: Die Weihnachtsferien wurden nämlich um 2 Tage verlängert, dafür aber die Osterferien um 2 Tage verkürzt. So leicht ließen sich damals Krisen bewältigen…

Am 1.1.1977 fängt eine neue Zeit für Lämmerspiel an: Die Gemeinde wird in die Stadt Mühlheim eingemeindet. Ein langer Weg beginnt, vergleichbar vielleicht mit den Mühen mancher Staaten, in der EU anzukommen… Die Brüder-Grimm-Schule geht in die Schulträgerschaft des Landkreises Offenbach über, der fortan Kreide und Schwämme und neue Turnhallen und Projektoren und Schneeschippen und alles, was man sonst noch braucht, bezahlen muss.

Auch 1980 wurde gebaut. Weil man für die Ortsteile Markwald und Lämmerspiel eine Förderstufe einrichten wollte, war ein Erweiterungsbau nötig. Den konnten wir im Laufe der Jahre auch nach der Abschaffung der Förderstufe immer gut gebrauchen: Mal gaben wir der Städtischen Kita Asyl, die ihr Gebäude räumen musste, dann waren wir einige Zeit selbst sehr froh über solch ein großzügiges Raumangebot für unseren Unterricht, dann wurde unsere Betreuung immer größer und zog in den ersten Stock und in den unteren Stockwerken wurde kurz danach wieder einmal gebaut: Die Schule für Praktisch Bildbare, Friedrich-Bodelschwingh-Schule platzte in Dudenhofen aus allen Nähten und sollte eine Dependence in Lämmerspiel bekommen. Aber auch das ist lange vorbei, die Bodelschwingh-Schule ist in ein neues Haus nach Dietzenbach gezogen und wir haben glücklich alle Räume nebst Küche und Badewanne für unsere stetig wachsende Betreuung übernommen, die sehr froh war, jetzt wieder alles unter einem Dach zu haben.

Im Schuljahr 1980/81 wurde die skeptisch beäugte Förderstufe in Lämmerspiel eingerichtet. Und das auch noch für alle Kinder aus dem Markwald, was nicht ohne Proteste aus diesem Stadtteil ablief. Die kirchlichen Vereine nahmen die Förderstufenregelung zum Thema eines Fastnachtswagens: „Lämmerspiel auf dem Weg zur Universitätsstadt – die Förderstufe haben wir schon.“ Wer hätte gedacht, wie schnell einen die Zeit über solche Aufregungen schmunzeln lässt? Mit 101 Kindern aus Lämmerspiel und dem Markwald und mit vielen neuen Kolleginnen und Kollegen aus den weiterführenden Schulen Mühlheims beginnt der Unterricht, zuerst noch in den Räumen der Grundschule, im nächsten Jahr dann im neuen Förderstufentrakt. Herr Dutenhöfer übernimmt die Förderstufenleitung.

Ab 1980 begann der Schulvormittag schon um 7.30 Uhr, weil wir unsere Anfangszeiten an die der weiterführenden Schulen anpassen mussten. Mit dem Weggang der Förderstufe konnten wir den Lämmerspieler Kindern eine viertel Stunde mehr Schlaf gönnen und die Schule startete um 7.45 Uhr. Seit dem Schuljahr 2009/2010 beginnen wir den Schulvormittag mit einer offenen Anfangsphase um 7.45 Uhr und um 8.00 Uhr müssen dann wirklich alle da sein, weil dann die 1.Stunde beginnt.

1987 beginnt der Kampf um die Förderstufe. Nachdem das „Gesetz zur Wiederherstellung der freien Schulwahl“ den Eltern die Entscheidungshohheit über die weitere Schullaufbahn ihrer Kinder übertragen hatte und das Friedrich-Ebert-Gymnasium mit dem Angebot einer Gymnasialklasse im Jahrgang 5 lockte, fürchteten viele die Abschaffung der Förderstufe. Gesamtkonferenz und Schulelternbeirat der Brüder-Grimm-Schule stellten einen Antrag auf Beibehaltung der Förderstufe – vergeblich: Mit dem Schuljahr 1988/89 verschwindet eine Schulform aus unserer Schule, der viele noch lange nachtrauern. Dass wir unsere Kinder nun wieder nach Klasse 4 in die verschiedenen Schulformen aussortieren sollten und das auch das Ende der pädagogisch fruchtbaren Zusammenarbeit mit den Kollegen aus den weiterführenden Schulen bedeutete, bedauerten wir an unserer nun wieder sehr kleinen Grundschule sehr.

1993 stellt die Brüder-Grimm-Schule einen Antrag auf Einrichtung einer Vorklasse. Die brauchte einige Zeit, bis sie auch wirklich an unserer Schule ankam, das war 1997. Seitdem werden die Kinder aus Lämmerspiel und einigen Mühlheimer Stadtteilen, die noch ein wenig Zeit brauchen, um im 1.Schuljahr erfolgreich mitarbeiten zu können, von Frau Greimers, unserer Vorklassenleiterin für die Schule fit gemacht.

Eine Handvoll Eltern war es, die im Schuljahr 1993/94 den Wunsch vieler Eltern Ernst nahm und sich überlegte, wie man an der Brüder-Grimm-Schule Betreuungsplätze schaffen könnte. Besonders dem Engagement von Herr Seufert und Frau Marmann-Neubert ist es zu verdanken, dass zunächst 1994 ein Förderverein ins Leben gerufen wurde, der dann 1995 beschloss, dass ab August 1995 eine Betreuung schulpflichtiger Kinder angeboten werden soll. Gestartet wurde mit 16 Kindern und 3 Betreuern. Heute sind es 110! Von Anfang an war es unser Ziel, dass alle Eltern, die einen Betreuungsplatz benötigen, auch einen erhalten sollen. Dieser Anspruch war der Grund für viele Umzüge, für immer neue, den Bedürfnissen angepasste Öffnungszeiten, für eine ständige Erweiterung des Betreuungsteams und zum Schluss auch für die Bereitstellung eines selbstgekochten, gesunden Mittagessens. Nachdem im Jahr 2007 die Leitung der Betreuung endlich in die professionellen Hände von Frau Geiger-Johann gelegt werden konnte und auch die Verwaltung der Betreuung aus der ehrenamtlichen Arbeit herausgenommen wurde, war es dann im Jahr 2008 so weit, dass die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Mühlheim in eine neue Organisationsform der Schulkinderbetreuung in Lämmerspiel mündete: Betreuung und Städtischer Hort fanden unter dem Dach zueinander und unsere Villa Brüder Grimm ist seitdem eine der größten Betreuungseinrichtungen an Grundschulen im Kreis Offenbach. Darauf sind wir stolz, weil es auch ein gutes Beispiel dafür ist, wie viel man erreichen kann, wenn Schule und Eltern in einer konstruktiven, unterstützenden Weise miteinander Dinge anpacken. Wie immer bei solchen Unternehmungen sind es Menschen, die mit all ihrem Wollen und ihrem Engagement solche Prozesse voran treiben. Ohne Frau Marmann-Neubert, Eva Picard, Gudrun Monat, Güde Beyer, dem Betreuungsteam und all den Menschen, die sich – oft über viele Jahre – im Förderverein engagiert haben, hätten wir es nicht geschafft!

Projekttage gehören nun schon seit vielen Jahren zur pädagogischen Arbeit in der Brüder-Grimm-Schule. 1993 fanden die ersten statt. Ganz oft mit Beteiligung von vielen eifrigen Eltern organisiert, freuen sich alle, wenn sie sich einmal über längere Zeit ganz intensiv mit einem Thema auseinander setzen können. Zu Beginn boten die Projekttage mit einer ganz breiten Angebotspalette dies und das, vom Herstellen von Modeschmuck, über Schachspielen bis zur Zauberwerkstatt. Seit einigen Jahren haben wir uns jeweils einem Thema unter ganz verschiedenen Facetten gewidmet. Projektwochen mit den Themen „Kunst und Kreativität“, „Gesunde Schule“, „Viele Länder – eine Welt“, „Fußballweltmeisterschaft“ , „Märchen“ , „Außerschulische Lernorte“, „Unsere Schule hat Geburtstag“ und viele andere mehr waren für alle eine Zeit in und außerhalb der Schule, die Spaß gemacht hat.

Seit 1996 gibt es an der Brüder-Grimm-Schule eine Schulordnung. Schon gelesen?

Mit dem Schuljahr 1996/97 begannen wir an der Brüder-Grimm-Schule nach der neuen Rechtschreibung zu unterrichten. Das war Anlass für sehr viel aufgeregte Diskussionen und die ziemlich weitverbreitete Ansicht, dass man sich daran nie im Leben gewöhnen könne. Können Sie sich noch an die alte Rechtschreibung erinnern?

Noch etwas Neues hielt 1997 Einzug in der Brüder-Grimm-Schule: Der ehemalige Vorsitzende des Schulelternbeirats, Herr Baier, richtete 5 (!) Computerplätze an der Schule ein und das Kollegium schwitzt bei einer Fortbildungsveranstaltung, um den richtigen Umgang mit der Maus zu lernen. In den Jahren bis heute sind es stetig mehr PCs geworden und die Ausstattung unseres Computerraums wurde dank des enormen Einsatzes von Jens und Claudia Köhler immer professioneller. Nach der Schulsanierung haben wir nun in jedem Klassenraum Internetzugang, die Schultafeln sind in vielen Klassenräumen durch Aktiveboards ersetzt worden und unser Computerraum bietet mit 12 Arbeitsplätzen eine tolle Grundlage für unsere Computer-Kurse und das Lernen mit dem PC.

Unser jährliches Herbstfest findet seit 1998 statt. Jedes Jahr zu einer Zeit, in der eigentlich niemand mehr im Freien feiern will, treffen sich Kinder, Eltern, alle, die in unserer Schule arbeiten und vor allem ganz viele ehemalige Brüder-Grimm`ler um ein großes Lagerfeuer auf dem Schulhof herum. Bei Glühwein und Kinderpunsch, bei Würstchen und Eintopf werden aktuelle Geschehnisse und viele Erinnerungen heiß diskutiert und deshalb ist es trotz der manchmal sehr widrigen spätherbstlichen Wetterbedingungen auch noch nie jemand richtig kalt geworden.

Seit 1999 haben wir eine Schulfahne mit unserem Logo, das der Mühleimer Künstler Klaus Puth für uns entworfen hat. Die Kinder der 4.Klasse haben sie damals gestaltet und seit 4 Jahren erinnert uns unser Fahnenbeauftragter Joshua Kunisch aus der 4b daran, sie auch wirklich bei allen wichtigen Ereignissen aufzuziehen!

Eine an Erfahrungen sehr bereichernde Zeit begann, als im Schuljahr 2000/2001 die Kinder der Schule für Praktisch Bildbare, der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule mit ihren Lehrern und Betreuern bei uns einzogen. Der ganz alltägliche Kontakt ließ bei vielen von uns die Befangenheit im Umgang mit oft schwerst behinderten Menschen ein wenig kleiner werden. Einige Klassen wagten sich an gemeinsame Projekte und machten Erfahrungen, die in ihrer Besonderheit sicher nicht so schnell vergessen wurden. Für uns Lehrerinnen waren das so gravierend unterschiedliche Tempo des Lernens und Verstehens und die Gelassenheit und Freude, mit der selbst kleinste Erfolge gewürdigt wurden auch manchmal ein Anstoß, ein wenig Tempo aus den eigenen Geschäftigkeiten zu nehmen.

Leider war unser Raumangebot für diese Schule bald viel zu klein, der Kreis Offenbach musste eine neue Schule bauen und wir uns von den „Bodelschwinghern“ verabschieden. (Übrigens gab es 1970 schon einmal 2 Klassen für Praktisch Bildbare an der Brüder-Grimm-Schule. Sie waren damals im Schulpavillon untergebracht.)

Die Geschichte der Turnhalle der Brüder-Grimm-Schule hat viele Schülergenerationen und auch das Kollegium aufs Heftigste bewegt! 38 Jahre fand der Sportunterricht in einer kleinen Halle, die als „Turnzimmer“ wohl angemessener beschrieben war, statt. 1978 kam zwar ein kleiner Erweiterungsbau mit Umkleiden, Duschen und Materialräumen dazu, die Enge im Turnzimmer aber blieb. Viele, viele Eingaben beim Kreis Offenbach, diesen, die körperliche Ertüchtigung der Lämmerspieler Kinder sehr einschränkenden Zustand endlich durch den Bau einer neuen Turnhalle zu verändern, blieben mangels Knappheit der finanziellen Mittel ohne Erfolg. Erst als die Friedrich-von- Bodelschwingh Schule bei uns einzog, war klar, dass sich nicht auch noch zwei Schulen in der kleinen Turnhalle drängeln konnten. Und so findet der Sportunterricht seit 2007 in einer richtigen Halle statt, die auch am Nachmittag von den Lämmerspieler Vereinen gerne genutzt wird.

Weil uns in der Schule das Leben mit Büchern und die Hinführung zum Lesen ein ganz wichtiges Anliegen ist, bemühten wir uns im Jahr 2007 darum die Kinder-und Jugendbuchabteilung der Stadtteilbücherei Lämmerspiel, die aufgelöst werden sollte, in die Brüder-Grimm-Schule bekommen. Bedingung für eine Übernahme war die Gewährleistung eines öffentlichen Ausleihtages. Dank des Engagements von Frau Geiger-Johann, Frau Schmid und Frau Friedrich aus der Villa Brüder-Grimm steht der Schule und dem Stadtteil heute eine gut gefüllte und professionell verwaltete Kinder-und Jugendbücherei zur Verfügung.

Von Beginn an war es der Brüder-Grimm-Schule ein wichtiges Anliegen, eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern zu erreichen. Nicht nur bei der Organisation von Festen, beim Plätzchenbacken oder als Zeitnehmer bei den Bundesjugendspielen sind Eltern gefragt. Viel wichtiger ist ein guter Austausch darüber, wie wir unsere Kinder erziehen und was wir gemeinsam tun können, wenn das nicht so gelingt. In vielen Fortbildungsreihen haben wir uns bemüht, gemeinsam dazu zu lernen und ins Gespräch zu kommen. Themen waren dabei z.B. Lernschwächen, der Umgang mit Grenzen, die Rolle der Väter, Mütter und Töchter, eine Reihe zur sexuellen Entwicklung von Mädchen und Jungen, die Gesunde Schule und vieles mehr.

Keine gute Schule ohne guten Elternbeirat! Elternbeiratsvorsitzende und ihre Stellvertreter waren in diesen 40 Jahren (soweit sie in der Chronik zu finden waren): Herr Winter, Herr Hosenfeld, Herr Holtschneider, Frau Stamm, Herr Langheinrich, Herr Wittkamp, Frau Zeit-Himbert, Frau Kannwischer, Frau Marmann-Neubert, Frau Kayser, Frau Villbrandt, Herr Schmitt, Frau Niklös, Herr Baier, Frau Richter, Frau Roth, Frau Emmenegger, Frau Wächter, Frau Dieter, Frau Pogge, Frau Müller, Frau Sattler, Herr Henninger, Herr Adam. Zum 40. Geburtstag ein Dankeschön für großen Einsatz und viel persönliche Anteilnahme am Leben in unserer Schule!

Die verschiedenen Umgestaltungsversuche unseres Schulhofes begannen 1987 und dauern bis heute an. Auch hierbei war es das Engagement der Eltern, das auf ganz vielfältige Art und Weise Aktionen in Gang brachte. Von Baumpflanzaktionen bis zur Fassadenbemalung, von Baumstammtransaktionen bis hin zum Jahrhundertbauwerk Klettermauer, von Mosaiken auf kahlen Außenwänden bis hin zu Betonfiguren auf dem Schulhof – ohne die Eltern hätten wir das nie geschafft!

Die Zahl der Schulsekretärinnen ist gemessen an der Anzahl der Jahre nicht besonders hoch: 1970 startete Ria Heil, bis 1979 folgte Frau Hübinger und dann kam Hanni Mayer und blieb der Brüder-Grimm-Schule bis zum Jahr 2008 treu. Seitdem ist Monika Deiß Chefin im Sekretariat. Ob eine Schule eine freundliche Ausstrahlung hat, ob sie einlädt, Fragen zu stellen, um Hilfe zu bitten, daran haben Schulsekretärinnen einen hohen Anteil. Ich finde, da haben wir an der Brüder-Grimm-Schule immer Glück gehabt!

Im Jahr 2008 startete das Abenteuer Schulsanierung. Nicht alles, was 1969 so schnell und kostengünstig erstellt worden war, hielt den neuesten Anforderungen des Brandschutzes stand. Und so sollte auch unsere Schulen, wie alle im Landkreis Offenbach, von Grund auf saniert werden. Das dieses „von Grund auf“ sehr wörtlich zu nehmen war, merkte man nach einigen Wochen Erfahrungen mit der Bausubstanz leider erst zu Beginn der Sommerferien, in denen erst mal entschieden werden musste, ob die Schule ihren 40. Geburtstag noch erleben oder besser abgerissen werden sollte. So blieben die Ferien, in denen wir einen großen Fortschritt der Bautätigkeit erhofft hatten, baufreie Zeit und als das neue Schuljahr begann, ging auch die Arbeit am Bau wieder los. Kisten einpacken, umziehen, Kisten wieder einpacken, umziehen, keine Toiletten, Wasser im Keller und auch in den dort gelagerten Umzugskartons, gesperrte Flure, gesperrte Durchgänge, Lärm, Dreck, Materialien unerreichbar in Containern, Suchaktionen nach diesem und jenem, genervte Bauleiter, genervte Kolleginnen – nur die Kinder ertrugen alles mit großer Geduld. Dass wir das alles dann doch ohne größere Einbußen an Leib und Seele hinbekommen haben, verdanken wir der Bereitschaft von allen Beteiligten zu Kompromissen und Einschränkungen. Und jetzt – wo alles im goldenen Licht der Erinnerung leuchtet – sind wir doch froh, dass wir das gepackt und eine schöne neue Schule haben.

Zu manchen Zeiten einziger Mann unter lauter weiblichen Schulbediensteten kam dem Hausmeister immer eine enorm wichtige Rolle zu. In frühen Jahren wurde er oft zu Hilfe gerufen, wenn ein Wort männlicher Autorität gefragt war. Heutzutage ist er ein wichtiger Vermittler, wenn es um den Umgang mit Dingen und Räumen und der Umwelt geht. Der erste Hausmeister in unseren 40 Jahren, Herr Traumüller blieb nur 3 Monate Hausmeister, darauf folgte Herr Apel von 1971 bis 1978. Dann begann die Ära Zelinger ! 23 Jahre hat er für uns die Schneeschippe geschwungen und mit großer Reparaturkunst dem Kreis beim Sparen geholfen. Was Herr Zelinger nicht reparieren konnte, war einfach wirklich kaputt! 2001 folgte „unser Kücü“ – Mehmet Kücükkaya, der mit unseren diversen Bauvorhaben mehr als jemals voraussehbar zu tun hatte und über all dem Stress nie seine gute Laune und seine Freundlichkeit verloren hat.

Die Schulleitungsstellen an der Brüder-Grimm-Schule waren sehr gerecht unter männlichen und weiblichen Besetzungen aufgeteilt. Nach den Herren Georg Kies (1964 – 1974) und Roland Kiehl (1975 – 1977) übernahmen die Frauen das Kommando: Frau Moll leitete die Schule von 1977 bis 2000 und übergab den Stab zunächst an ein Schulleitungsteam, bestehend aus Frau Findling, Frau Greimers, Frau Haase und Frau Scholl. Letztere übernahm dann 2001 als ordentlich ernannte Rektorin den Schulleitungsposten, weil dem Staatlichen Schulamt ein Team als Schulleitung auf die Dauer doch ein wenig zu fortschrittlich erschien. Und weil man eine solch arbeitsintensive Funktion neben gleichzeitiger hoher Unterrichtsverpflichtung und Klassenführung nicht alleine schaffen kann und sich alles zu zweit sowieso leichter tragen lässt, füllten zunächst Herr Böhn (1971 – 1973), Herr Krüger (1974 – 1976), Frau Funke (später Frau Moll 1976-1977 )Frau Hankel (1988 bis 1992), dann Frau Olschewski von 2001 bis 2006 und zuletzt Frau Waldschmidt ab dem Schuljahr 2007/2008 die Funktion einer Konrektorin aus.

Wenn Sie an Ihre Schulzeit zurück denken, werden Ihnen wahrscheinlich am deutlichsten die Menschen, die Ihnen dort begegnet sind, in Erinnerung geblieben sein. Kein Schulneubau, keine noch so gut gemeinte Schulreform kann ersetzen, was engagierte Lehrerinnen und Lehrer für die Entwicklung von Kindern bedeuten.

Und weil man sich an die meisten Lehrerinnen und Lehrer ja dann doch auch gerne erinnert, sollen die, die ich gefunden habe in den alten Aufzeichnungen, auch alle genannt werden: Erika-Else Ulrich, Ursula Keitz, Heide Paeschke, Karl-Heinz Schröder, Christiane Ranger, Heide Packheiser (geb. Jaek, 1965 – 2000), Hanne Gotthardt, Adelgunde Rust, Christel Wolczyk, Aloisia Pohl, Frau Eichlei, Maria Hanke, Frau Hartmann, Herr Kraft, Maria Oppel, Angelika Schulten (1973 bis heute), Frau Ungohl, Herr Krüger, Frau Ingrid Kugehl, Frau Karipidides, Renate Rumpeltes (geb. Knoblauch, 1976 – heute), Frau Kayser, Christel Moll, Angelika Kapfer (1977 bis heute), Frau Kubeck, Frau Bach, Karin Hankel, Manfred Dutenhöfer, Uschi Schreiber, Herr Feldpusch, Barbara Kaufhold (Steffen), Ruth Franken, Frau Schwarz, Frau Wedler, Herr Pfarrer Glawischnik, Frau Flockton-Lambert, Peter Emmerich, Anne Jahn, Ulrike Schwing, Herr Wölfinger, Wolfgang Schüttler, Frau Zöller, Herr Ellrich, Frau Budik, Frau Dworschak, Frau Glavan, Herr Pfarrer Fey, Herr Scheib, Birgit Scholl ( 1980 – heute), Frau Albert-Schneider, Frau Fischer, Bettina Findling (1994-heute), Frau Berg, Brigitte Greimers (1997-heute), Karin Haase (1991 – heute), Frau Fäscher, Gabi Huke (1987- 1991), Sonngard Schubert, Herr Habdank, Elke Frey (2000 – heute), Sima Schmelz, Michelle Müller-Cress (2000-heute), Sven Greifenstein, Elisabeth Hahn-Hüttermann, Kristine Pogge, Melanie Konrad (2004- heute), Katharina Beinert (2004-heute), Annette Althaus (2000-heute), Herr Pfarrer Thrin, Sabine Olschewski (2001-heute), Anja Waldschmidt (2007-heute), Doris Picard (2008-heute), Isabel Tegel (2007-heute).

Wichtigstes Projekt für die Jahre, die unserem 40.Geburtstag folgen, ist die Teilnahme am Schulversuch „Begabungsgerechte Schule“. Mit dem Jahr 2008 und der Auflösung der Schule für Lernhilfe in Mühlheim startete ein Veränderungsprozess, der die Brüder-Grimm-Schule ganz sicher prägen wird. Ziel ist es, dass alle Kinder in unserer Schule ihren jeweils eigenen Begabungen entsprechend gefördert werden sollen. Dabei arbeiten GrundschullehrerInnen, FörderschullehrerInnen und SozialpädagogInnen gemeinsam unter einem Dach. Das bedeutet einen endgültigen Abschied von einem Unterricht, der allen Kindern den gleichen Lernstoff in der gleichen Zeit abverlangt. Wir verabschieden uns vom Frontalunterricht, von dem Bild aufmerksamer, still zuhörender Kinderreihen und einem dozierenden Lehrer. Schon seit Jahren orientiert sich der Unterricht an der Brüder-Grimm-Schule an Lernformen, die das selbständige und auch das soziale Lernen fördern. Dass wir dabei und bei der immer komplizierter gewordenen Erziehungsarbeit nun durch professionelle Verstärkung aus anderen Berufsfeldern unterstützt werden, finden wir gut. Wir verabschieden uns auch von einer Beurteilungspraxis, die an alle das gleiche Maß anlegt, egal unter welch unterschiedlichen Voraussetzungen sie lernen können. Der Schulversuch wird wissenschaftlich begleitet von den Universitäten Frankfurt und Heidelberg. In diesem Schuljahr haben die 1.Klassen begonnen, unter diesen neuen Bedingungen zu arbeiten. Der Anfang ist mit viel Freude und Engagement gemacht, und wir hoffen alle, dass es so gut weiter geht.

Am Ende dieses Rückblicks eine Gewissheit aus 40 Jahren: Die Brüder-Grimm-Schule kann nur dann eine gute Schule sein, wenn wir alle gemeinsam daran arbeiten: Kinder, LehrerInnen, Eltern, unsere Sozialpädogoginnen, das Betreuungsteam, und auch all die Institutionen, auf deren gute Zusammenarbeit wir uns in der Vergangenheit verlassen konnten: unsere Kitas am Ort, die Stadt Mühlheim, die Pfarrgemeinden, die Beratungszentren, die Jugendhilfe. So gestärkt können wir voller Hoffnung in die Zukunft schauen!

Birgit Scholl